/GO /TOKIO HOTEL

Schicksal???

 

Prolog

Ich lief wie jeden Abend durch die dunklen Straßen Frankfurts und lies den Wind mit meinen Haaren spielen. Ich vergrub meine Hände tief in den Hosentaschen, denn es war wirklich Arschkalt. Aber nach Hause, wenn ich es denn so nennen konnte, wollte ich nicht. Ich wusste, dass dort nur meine Adoptiveltern auf mich warten würden. Und außerdem wollte ich meine Ruhe haben, denn mir ging der Traum von letzter Nacht nicht aus dem Kopf. Diesen Traum hatte ich nun seit geschlagenen drei Jahren und ich konnte einfach nicht herausfinden, was er zu bedeuten hatte.Ich schüttelte den Kopf. Und ich wollte auch über etwas anderes nachdenken, über Bill.Ja Bill von Tokio Hotel, ich mochte die Band noch nie, aber Bill hatte mich schon immer fasziniert, er hatte mich sogar dazu gebracht auf eins seiner Konzerte zu gehen. Aber das Thema war jetzt abgehackt. Warum??Na ja, er war Tod. Mausetod.Es stand heute überall in den Zeitungen und im Fernsehen wurde auf jedem Kanal darüber gesprochen.   

   Bill Kaulitz ein Idol ist von uns gegangen, Millionen Menschen trauern, hieß es überall.

Jedes Mal wenn ich an einem Kiosk vorbei lief und ich die Zeitungen sah überkam mich ein Schuldgefühl und eine Stimme meldete sich in meinem Kopf.

Du hättest es verhindern können.

Aber wie? fragte ich mich immer und immer wieder.

Doch wie zu meinem Traum kam ich zu keiner Antwort. Also lief ich weiter durch die Straße, bis ich am ganzen Körper zitterte. Erst jetzt entschloss ich doch nach hause zu gehen.Ich ging schnellen Schrittes durch die Straßen, bis ich endlich vor dem kleinen lumpigen Haus stand. Die einst weiße Farbe war fast grau und die damals so Schöne dunkle Holztür war zerkratzt und mit Graffiti besprüht.Ich zog den Schlüssel aus meiner Hosentasche und schloss auf. Es war überall dunkel und Mucksmäuschen still. Ich seufzte und schlüpfte hinein, die Tür schloss sich mit einem leisen "Klick" und ich zog meine Jacke aus. Ich hang sie an den Hacken und sprintete dann die Treppen zu meinem Zimmer hoch. Auch dieses  Zimmer sah traurig aus und das schmale Fenster brachte nur wenig Licht ins Zimmer. Ich ging zu meinem Bett und hob dort die Matratze hoch und fischte ein kleines Büchlein raus, auf dem Tagebuch stand herraus und warf es neben mich auf den Boden. Unter der Matratze lagen noch Zig andere dieser Bücher. Ich lies die Matratze wieder fallen und zog einen Schuhkarton hervor, der unter meinem Bett lag. Ich schob ihn neben mein Tagebuch und kroch selbst dahin. Ich öffnete mein Tagebuch und sah mir das Datum an.

22.11.2013.

Darunter stand Todestag. Und es  fiel mir wieder ein. Heute war auch der Todestag meiner Eltern. Was für eine Ironie??, dachte ich und öffnete den Schuhkarton und nahm dann einen Kulli zur Hand der neben mir lag.

 

Liebes Tagebuch,

 

Das wird mein letzter Eintrag sein.

Ich halte es einfach nicht mehr aus.

Für mich macht das alles keinen Sinn mehr.

Ich bin vollkommen alleine.

Meine Adoptiveltern hassen mich.

Ich weiß ja noch nicht mal warum, aber ich habe

gestern gehört wie sie beschlossen haben mich vor die Tür

zu setzten und wo soll ich denn bitteschön hin??

Eine Familie hab ich seit 10 Jahren nicht mehr.

geschweige denn Freunde, ich galt in der Schule, Arbeit und im

Studium immer schon als Freak und Außenseiter.

Nur weil ich keine Lust hatte wie eine Barbiepuppe rum zulaufen.

Aber ich werde mich sicherlich nicht umbiegen lassen.

Deshalb hab ich einen Entschluss gefasst.

Ich halte die Leere in mir nicht mehr aus und deshalb

ziehe ich jetzt einen Schlussstrich.

Ich werde meinen Eltern folgen und Bill.

Auf wieder sehen...

 

Ich laß mir die Zeilen noch einmal durch und plötzlich sammelten sich Tränen in menen Augen. Ich schob das Buch zu Seite und schob den Schuhkarton nun direkt vor mich und holte die beiden Wodkaflaschen raus und stellte sie neben mich, dann griff ich noch mal in den Karton und fischte lose Tabletten herraus. Ich wusste nicht wofür sie gedacht waren, aber für meinen Zweck würden sie reichen. Ich ließ die vielen Pillen und Tabletten vor mich fallen und sie verteilten sich fein säuberlich vor mir.Ich nahm die Wodkaflasche und öffnete sie, dann nahm ich einen ordentlichen schluck und pickte mir ein paar bunte Pillen herraus. Ich wiederholte den Vorgang mehrere male und mir wurde immer leichter und langsam wurden die Umrisse undeutlich.Und die Pillen verschwanden unglaublich schnell und die Wodkaflaschen waren wie im Flug  leer. Ich lehnte mich an mein Bett und schloss die Augen. Als ich sie öffnete war es viel dunkler in meinem Zimmer als eben gerade.Plötzlich wurde mir ganz übel und ich spürte wie ich mich gleich übergeben würde doch so weit kam es nicht, denn nun war alles dunkel und ich wurde sehr, sehr müde. Ich konnte nicht mehr gegen die Müdigkeit ankämpfen und schloss meine Augen.

....... 

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Zum letzten Mal.

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